Workout für die Freundlichkeit

Der Januar ist ja der klassische Monat für gute Vorsätze. Unsere Idee in diesem Zusammenhang: Training für den ‚Freundlichkeits-Muskel‘. Das hört sich erstmal sehr seltsam an, hat aber tatsächlich einen wissenschaftlichen Hintergrund. Mehrere Studien (University of California, Berkley University, Havard-Studie) beweisen, dass freundliches Verhalten auch für den ‘Verursacher‘ vorteilhaft ist.

Haben Sie schon einmal von den ‚Random acts of kindness‘ gehört? Diese zufälligen kleinen guten Taten sind unglaublich wirkungsvoll, umso mehr je überraschender sie geschehen. Das erstaunliche dabei: Wer diese kleinen Signale sendet und freundlich und hilfsbereit ist, fühlt sich selbst viel besser.

Das Gute dabei: Genau wie unsere Muskeln, können wir auch das freundliche Verhalten trainieren. Mit diesem ‚Workout‘ fühlen Sie sich optimistischer und positiver und verändern nebenbei noch Ihre Außenwirkung. Eigentlich genau wie beim Sport. Es lohnt sich also jeden Tag eine kleine Freundlichkeit in das Leben anderer Menschen einzubauen: Tür aufhalten, sich für andere bücken, ein Lächeln und/oder ein Euro für den Obdachlosen, ein im Voraus bezahlter Kaffee für den nächsten Kunden im Coffeeshop, ein paar Münzen in der Parkuhr für den nächsten Autofahrer … Ihnen fallen da bestimmt noch viele andere Beispiele ein.

Nun hat Freundlichkeit ja viele Gesichter. Manchmal kommt sie in Form von Respekt oder Takt daher, manchmal ist sie eine kleine Geste, ein Schweigen oder ein aufmunterndes Wort.

Ein paar Beispiele gefällig? Gern.

Respekt vor fremden Gewohnheiten, Einstellung oder Erfahrungen. Wir sind nicht das Maß der Dinge, sondern sollten unser Gegenüber in seiner Andersartigkeit respektieren. Bereiten Sie sich auf Unterschiede vor und reagieren sensibel darauf. Das kann mit der Vorbereitung auf die Urlaubsreise in eine andere Kultur geschehen oder beim Beitritt zu einer Internet-Community, für die es ja auch spezielle Verhaltensweisen gibt.

Taktgefühl entwickeln. Auch wenn es meistens nur aus Gedankenlosigkeit passiert: Andere in Verlegenheit zu bringen gehört zu den Tabus. Wer findet es schon angenehm in aller Öffentlichkeit bloß gestellt zu werden? Und sei es nur mit einem schadenfrohen Grinsen oder einem Tuscheln hinter vorgehaltener Hand. Reagieren Sie in solchen Situationen wertschätzend und sorgen Sie dafür, dass sich niemand blamiert fühlt.

Auch die Wahrheit braucht einen Dresscode. Gerade in Verhandlungen sind Ihre rhetorischen Qualitäten gefragt. Man muss nicht alles im ‘Klartext’ sagen, oft ist eine überlegte Wortwahl viel zielführender und sorgt für eine schnellere Lösung.

Zeigen Sie Interesse. Verschenken Sie Ihre Aufmerksamkeit an Ihren Gesprächspartner, hören Sie zu, zeigen Sie Ihre Anteilnahme, ihre Zustimmung oder auch ihre Skepsis. Freundliche Menschen bringen auch ihr Gegenüber hin und wieder zum Leuchten, ohne das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen.

Die Kunst der kleinen Gesten. Eine kleine Gefälligkeit, ein ernst gemeintes Kompliment, der erste Schritt nach längerer Funkstille oder die gemeinsame Freude über einen Erfolg.

Zeigen Sie Ihre Wertschätzung und Zuneigung, ohne aufdringlich und anbiedernd zu sein. Begegnen Sie anderen auf Augenhöhe.

Sie merken schon, es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, unser Freundlichkeitstraining zu absolvieren. Wie bei jedem Training ist auch hier das Dranbleiben das Wichtigste. Aber es lohnt sich! Die Ergebnisse der Studien sind da ganz klar: Wir sind glücklicher, gesünder und machen die Welt nebenbei noch zu einem besseren Ort, denn jede Geste der Freundlichkeit zieht eine andere nach sich. Wie ein Stein, der im Wasser viele Kreise hinterlässt.

Wann starten Sie Ihr Workout? Gleich, in einer Stunde oder erst morgen?

Was ist Ihr erster Schritt?

2 Comments
  • Alexandra
    Posted at 11:21h, 18 Januar Antworten

    Mein erster Schritt? Dankbarkeit und ein Lächeln für diesen wundervollen Artikel!! Großartig! Weiter so!

    • Marlies und Gerhard Smits
      Posted at 14:16h, 18 Januar Antworten

      Sehr gerne, liebe Alexandra. Ein Lächeln verändert schon sooo viel. :))

Post A Comment