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HERR OBER – BITTE ZAHLEN

Die Trinkgeld-Frage

Die Trinkgeldfrage stellt sich besonders in der Urlaubszeit immer wieder. Erfahren Sie hier Wissenswertes zum Thema Trinkgeld.

Ob beim Friseur, im Taxi, im Restaurant, auf Busreisen oder im Casino: Dienstleister aller Art erwarten eine Anerkennung ihrer Arbeit.

In Deutschland gibt es keine Trinkgeldpflicht

Ein Trinkgeld soll ein Lob für den guten Service sein – eine Pflicht dazu gibt es bei uns in Deutschland nicht. Allerdings wird ein ausbleibendes Trinkgeld auch als Tadel und Ausdruck von Unzufriedenheit gewertet.

Wenn Sie in einem Restaurant Ihr Essen von freundlichen Servicekräften serviert bekommen, sollte Ihnen das 5 – 10% der Rechnungssumme wert sein. Ein Aufrunden um Centbeträge, z.B. von 79,70 € auf 80,00 €, wird die Restaurantfachkraft zu Recht als Beleidigung empfinden. Selbst wenn Sie mit der Bedienung nicht zufrieden waren, sollten Sie auf diese Handlungsweise verzichten. Es ist dann höflicher, kein Trinkgeld zu geben – das reicht als Signal durchaus.

Ihren Obolus sollten Sie möglichst bar überreichen, auch wenn Sie mit Ihrer Kreditkarte zahlen. Nur wenn Sie für Ihre Spesenabrechnung einen Beleg benötigen, schreiben Sie den Tipp zur Rechnungssumme dazu.

In einem Hotel kann man viele Menschen bedenken

Bei Übernachtungen in einem Hotel haben Sie vielfältige Möglichkeiten, den “dienstbaren Geistern” Ihre Anerkennung zu zeigen.

Wagenmeister, Page, Housekeeping (das ist der internationale Ausdruck für Zimmermädchen oder Hausdame und er hat den Vorteil, dass er geschlechtsneutral ist), Rezeptionskräfte – alle freuen sich über eine kleine Belohnung.

Für das Parken des Wagens oder das Tragen Ihres Gepäcks sind ein Euro je Teil oder Dienstleistung angebracht. Für die gute Seele, die für die Sauberkeit des Zimmers sorgt, sollten Sie ein bis zwei Euro (je nach Hotelkategorie) einplanen. Ich lege während eines längeren Aufenthalts schon zu Beginn und etwa zur “Halbzeit” einen kleinen Betrag hin, das spornt an. Der Roomservice bekommt ein bis zwei Euro je Bestellung. Und bitte vergessen Sie die Stiefkinder im Hotel nicht – auch der Frühstücksservice bemüht sich, gut für Sie zu sorgen.

Für die Erfüllung von Sonderwünschen, z.B. Blumen besorgen, eine Stadtrundfahrt organisieren oder gar Karten für das ausverkaufte Opernspektakel zu beschaffen, ist auch ein besonderes Trinkgeld fällig.

Beim Auschecken begleichen Sie in der Regel auch die Restaurant- und Barrechnung. Hier können Sie sich an die 5 – 10% Regel halten; am besten geben Sie das Trinkgeld in bar – und ein paar freundliche Worte dazu.

Ihren Obolus sollten Sie möglichst bar überreichen, auch wenn Sie mit Ihrer Kreditkarte zahlen. Nur wenn Sie für Ihre Spesenabrechnung einen Beleg benötigen, schreiben Sie den Tipp zur Rechnungssumme dazu.

Menschen, die Sie „transportieren“

Auch Taxifahrer erwarten etwa 10 Prozent der Rechnungssumme als Trinkgeld.

Im Gegensatz zu den Stewardessen und Stewards an Bord eines Schiffes, empfindet es das Flugpersonal als Beleidigung, Trinkgeld zu bekommen. Sie betrachten sich als Gastgeber.

Bei Kreuzfahrten wird die Höhe des Trinkgelds oft schon in den Reisebedingungen genannt. Üblich sind hier etwa 5 – 10 Prozent des Reisepreises.

Sollten Sie an Bord einen Casinobesuch erwägen, müssen Sie wissen, dass hier die Bezeichnung Trinkgeld tabu ist. Man gibt einen Chip in den “tronc”.

Tabu ist auch immer noch das Trinkgeld für den Chef persönlich. Die beste Lösung: Überreichen sie eine Summe mit der Bemerkung “für das Team” oder “für die Kaffeekasse”.

Bei Busfahrern von Reisegruppen und Reisebegleitern, hat es sich eingebürgert, dass am Ende der Fahrt einer der Reisenden ein Trinkgeld von den Mitreisenden einsammelt und es mit ein paar netten Worten überreicht. Ein Euro pro Person (Fahrer und Begleiter) sind angemessen.

Und wenn Sie dann mit Schiff, Flieger, Bus oder Bahn an Ihrem ausländischen Urlaubsort angekommen sind, gelten (manchmal) andere Spielregeln. Andere Länder, andere Sitten – auch beim Trinkgeld.

Die Trinkgeldfrage erfordert immer Fingerspitzengefühl

Aber gerade im Ausland, wo wir ja Gäste sind, hat sie eine große Bedeutung. Wer möchte schon als knickrig angesehen werden oder hat gern das Image eines Angebers? Besser man informiert sich vor Reiseantritt über die Gepflogenheiten im Urlaubsland.

In einigen Ländern wird Trinkgeld als Beleidigung aufgefasst, woanders ist es Teil des Lohns.

Ich möchte Ihnen hier einen kleinen Überblick über die Trinkgelderwartungen in den gängigsten Reisezielen der Deutschen geben.

Beginnen wir bei unseren nächsten Nachbarn im Norden. In Skandinavien wird Trinkgeld eher sparsam gegeben, ca. 5% der Rechnungssumme sind üblich.

In Österreich sind, wie bei uns in Deutschland, ca. 7-10% Trinkgeld üblich. Übrigens heißt hier das Trinkgeld Schmattes oder Schmatt.

In den Beneluxländer Belgien, Niederlande und Luxemburg ist es das Servicepersonal nicht gewohnt Trinkgeld zu bekommen, es ist bereits im Rechnungsbetrag enthalten. Bei gutem Service kann man trotzdem etwas geben.

In der Schweiz gelten ähnliche Regeln wie in den Beneluxländern.

Im Lieblingsreiseland der Deutschen, Italien, gelten spezielle Regeln. Die Servicepauschale ‘copperto’ ist bereits im Rechnungsbetrag inbegriffen. Wer zufrieden war, lässt ein paar Münzen auf dem Tisch liegen.

In Bars gibt es dafür Tellerchen oder ein Sparschwein auf der Theke.

Nun geht es nach Spanien und Portugal. Hier erwartet man 10-15% der Rechnungssumme von Ihnen. Lassen Sie den Betrag einfach auf dem Tisch liegen.

Aber bitte keine Münzen die kleiner als 10 Cent sind, das gilt als unhöflich.

Auch in Frankreich werden die 10-15% ‘pourboire’ nicht persönlich übergeben, sondern bleiben einfach auf dem Tisch liegen.

Wenn Sie in Griechenland in ein Restaurant gehen, freut sich der Service über ca. 10% Trinkgeld von Ihnen. In einfachen Gasthäusern oder Tavernen geben Sie maximal einen Euro.

Bei unseren Nachbarn in Großbritannien und Irland sollten Sie die Rechnung erst lesen und dann die Höhe des Trinkgelds berechnen. Wenn eine ‘Service-charge’ aufgeführt ist, kann der ‘Tip’ etwas niedriger ausfallen, sonst sind etwa 10-15% angebracht.

Achtung Ausnahme: Im Pub bekommt der Barkeeper kein Trinkgeld, laden Sie ihn doch lieber auf einen Drink ein.

In Russland wird Trinkgeld nicht unbedingt erwartet, ist aber gern gesehen. Geschäftsleute geben auch hier etwa 10%.

Das ‘Bakschisch’ in der Türkei hingegen wird erwartet; wer nichts gibt gilt als unhöflich. Mit 10% liegen Sie richtig.

Nun geht’s über den großen Teich in die USA und nach Kanada. Hier ist das Trinkgeld Bestandteil des Lohns und sollte entsprechend höher ausfallen. 15-20% sind ein Muss.

Australien gewöhnt sich gerade erst an Trinkgeld. Entscheiden Sie selbst, ob und wie viel Sie geben möchten.

Japan und China sind Reiseländer, in denen das Trinkgeld unüblich ist. Jedenfalls unter den Einheimischen. Hier würde es als Beleidigung angesehen. Von Touristen wird es in Hotels und Touristikeinrichtungen dennoch erwartet. Hier, genauso wie in Malaysia oder Thailand, erwartet man etwa 10% von Ihnen.

Mit 10 % macht man nichts verkehrt

Dies ist nun das Ende meiner Trinkgeldliste. Sie ist sicher nicht vollständig aber ich denke, Sie haben nun einige Anhaltspunkte. In Europa passt die Faustregel: “Mit 10% macht man nichts verkehrt” ganz gut. Denken Sie aber daran, dass Trinkgeld eine freiwillige Leistung ist. Wenn Sie nicht zufrieden sind, dann darf sich das auch im Trinkgeld niederschlagen.

Kann denn Trinkgeld peinlich sein?

Egal, ob zu Hause oder unterwegs: Peinlich wird es immer dann, wenn das Gefühl entsteht, dass mit dem Trinkgeld gönnerhaft der Mensch bezahlt wird. Diese Art der Geringschätzung macht auch ein üppiges Trinkgeld nicht wieder gut.

Überreichen Sie den Betrag immer mit einigen freundlichen und anerkennenden Worten.

2 Comments
  • Hertha-Margarethe Kerz
    Posted at 10:23h, 21 Mai Antworten

    Erst mal; Ihre neue Seite ist richtig schön. Schön übersichtlich 🙂
    Wenn ich regelmäßig, beispielsweise beim Friseur trinkgelte, bekommt sie immer, auch die Chefin, aufgerundet plus mindestens einen €. Wenn ich ‘irgendwo bin’, wo ich es nicht weiß, habe ich keine Skrupel zu fragen. Souveräne Mitarbeiter haben auch keine Skrupel zu sagen, dass sie beispielsweise zwei € oder was auch immer bekommen. Hier sind Männer findiger. Die sagen glatt, dass sie ‘ja ein bisschen mehr Aufwand hatten’:-).
    Regelmäßig im Februar bin ich auf Geschäftsreise in einem bestimmten Hotel. Dort. bekommt der Barkeeper am ersten Abend 10,- €, so hält er mir jeden Abend, auch spät, noch einen Kaffee warm.
    Das Zimmermädchen erhält 5,- € zu Anfang, damit sie, während meines Aufenthalts, das Zimmer NICHT putzt. Ich muss die Möbel umstellen etc. weil ich behindert bin, und habe keine Lust das dauernd wieder umzuräumen. Wenn sie das schafft, lege ich ihr noch einmal fünf € aufs Kissen bei Abreise. Bei Abreise frage ich am Tresen, ich bin als Journalist meist eingeladen, ob die Veranstalter bei Begleichung des Preises an das Trinkgeld gedacht haben. Wenn es mir zu niedrig erscheint, lege ich noch was drauf.
    Grund für diese hohen Ausgaben: Ich bin hochqualifizierte Journalistin. Aber ich könnte meinen Job nie vernünftig machen, wenn es nicht (geduldige) Servicekräfte gibt. Ob Raumpflegerin, Toilettenfrau, Bibliothekspersonal, Friseure, Hauswarte, Postzusteller, was auch immer. Es ist mir ein Rätsel, dass das niemand erkennen will.

    • Marlies und Gerhard Smits
      Posted at 10:32h, 21 Mai Antworten

      Erst mal; danke für die Blumen! Wir hatten festgestellt, dass die Seite schon wieder vier Jahre alt war – und etwas frischer Wind (ohne das Grundkonzept zu zerstören) nötig schien 🙂
      Zum Trinkgeld – ja, es ist doch auch ein Zeichen von Wertschätzung, wenn man sich bei dem Personal bedankt. Und das muss ja auch nicht immer mit Münzen oder Scheinen geschehen; auch Blumen, Pralinchen, Wein & Co. können passen… Allerdings ist man mit Geld meistens auf der sicheren Seite, wenn man dem Empfänger eine Freude machen möchte, was ja der Grund des Trinkgeldes sein soll. Eine Revanche für guten Service!

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