SCHENKEN

Schenken ist im Grunde wie ein Gesellschaftsspiel. Es macht Spaß und man muss Nachdenken. Jeder Spieler hat seine eigene Art zu spielen – impulsiv, taktisch, chaotisch, überlegt… Das Ziel des Spiels ist es Freude zu bereiten, zu überraschen, aber auch sich selbst zu freuen und ein Geschenk gern anzunehmen. Ein Spiel mit vielen Gewinnern – wenn man es richtig spielt.

Damit wir alle Spaß an diesem Spiel haben, gibt es paar Dinge zu beachten, sozusagen die Spielanleitung.

 

Glück

Ein Geschenk soll zuallererst glücklich machen. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir uns Gedanken über die Person gemacht haben und es drückt Freundschaft, Zuneigung, Dank oder Anerkennung aus.

Nicht nur zu Weihnachten zerbrechen wir uns den Kopf darüber, womit wir unsere Geschäftspartner, Freunde oder Familienmitglieder erfreuen können. Und genau das ist wichtig. Was macht den Empfänger froh? Darüber nachzudenken ist schon der erste Erfolgsschritt.

 

Auswahl (Fülle)

Was schenke ich nur? Diese Frage hat sich wohl jeder schon einmal gestellt. Die Persönlichkeit und der Geschmack des Empfängers sollen im Vordergrund stehen. Fantasie und Kreativität können bei der Auswahl helfen.

Dazu kommt noch die Überlegung, wie hoch das Budget ist und zu welchem Anlass das Präsent überreicht werden soll.

Der Geschmack des Empfängers – und nicht mein eigener – steht im Vordergrund. Bei der Budgetplanung ist Fingerspitzengefühl gefragt. Zu preiswert drückt Geringschätzung aus, zu teuer wirkt protzig. Beides kommt nicht gut an.

Im geschäftlichen Bereich achten die meisten Unternehmen inzwischen sehr auf die Compliance-Regeln, um nicht in den Verdacht der Bestechlichkeit zu geraten. Als Preisobergrenze gelten hier 25 bis 35 Euro. Auf reine Werbegeschenke wie billige Kugelschreiber oder Kalender mit Werbeeindruck sollten Sie verzichten.

Für mich ist es am schönsten, wenn mich eine Aufmerksamkeit völlig unerwartet erreicht. Mir geht es da wie den meisten Menschen: Wir lieben angenehme Überraschungen.

 

Peinlich  Lieber nicht

Ihre Präsente sollen persönlich, aber nicht zu intim sein, dafür originell ohne albern zu wirken. Zugegeben, manchmal eine Herausforderung.

Fingerspitzengefühl gehört also auch zum Schenken. Ich würde meinem Schwiegersohn nicht das Kamasutra schenken und auch die Faltencreme für die ältere Kollegin wird nicht zur guten Stimmung beitragen.

 

Recycling

Präsente weiter zu verschenken gehört nicht zum guten Ton und kann schon mal peinlich werden.

Kennen Sie das Lied von Reinhard Mey ‘Es ist Weihnachtstag’? Da finden Sie schöne Beispiele für diese Art der ‘Resteverwertung’. Als kleines Mitbringsel von mir führt dieser Link hier zum Lied

Wie in vielen Bereichen, gibt es auch hier eine Ausnahme: Sie haben etwas, genau das, was sich jemand anderes ganz besonders wünscht, und dieser weiß nicht, dass es bereits in Ihrem „Bestand“ ist. Dann ist weiterverschenken durchaus in Ordnung. Und bei Familien-Erbstücken ist sowieso alles anders.

 

Inszenierung

Eine liebevoll verpackte Kleinigkeit kommt manchmal besser an als das teure Präsent, das lieblos in einer Plastiktüte überreicht wird.

Ich merke, dass in den letzten Jahren der Stellenwert einer guten Verpackung enorm gestiegen ist. Sie weckt die Vorfreude und kann wie ein zusätzliches kleines Geschenk sein.

Besonders wenn Gutscheine verschenkt werden, spielt die Dekoration fast die Hauptrolle.

 

Auf Empfang eingestellt

Neben all dem Überlegen, Aussuchen, Besorgen und Verpacken bekommen wir selbst – hoffentlich – auch das eine oder andere Geschenk.

Schon seit Kindertagen wissen wir: Jetzt ist ein ‚Danke‘ fällig. Zeigen Sie ihre Freude, wenn schon nicht über den Inhalt, dann doch wenigstens über die Geste.

Nehmen Sie Aufmerksamkeiten selbstbewusst und freundlich entgegen. Formulierungen wie: ‘Das wäre doch nicht nötig gewesen’ oder ‘Sie sollten doch nichts mitbringen’, waren früher ein Ausdruck von Bescheidenheit, heute sind sie nicht mehr zeitgemäß. Sie bringen nur den Geber in Verlegenheit.

Bedanken Sie sich lieber herzlich und freuen Sie sich, dass jemand an Sie gedacht hat.

 

Sind Sie nun bereit für das ‚Geschenke-Spiel? Oder haben Sie noch Anregungen oder Ideen zu diesem Thema? Da freue ich mich auf Ihre Kommentare.

 

 

 

 

 

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