PARFUM

Im Bestseller ‘Das Parfum’, beschreibt Patrick Süskind sehr anschaulich, welche Bedeutung Düfte für uns haben. Aber die wenigsten würden wohl für einen Duft morden.

Stimmungsmacher

Gerüche werden über das limbische System aufgenommen und blitzschnell bewertet. Je nachdem, ob wir einem Geruch angenehm finden oder unangenehme Erinnerungen damit verbinden, hat er Einfluss auf unsere Stimmung. Das funktioniert sogar unbewusst.

Dabei ist ein Geruch so schwer zu erklären. Wie beschreiben Sie beispielsweise den Duft einer Rose? Das ist gar nicht so leicht und oft vermischen wir dann auch noch Geruch und Gefühl. Für den einen riecht die Rose nach Sommer und Sonne, der andere verbindet damit die Erinnerung an seine Großmutter, weil die immer ein Rosenparfum benutzt hat.

Parfum – damals wie heute

Schon im alten Ägypten wurden aromatische Substanzen in kostbare Duftstoffe verwandelt. Damals wie heute nutzte man ein Parfum um die eigene Persönlichkeit, den eigenen Stil zu unterstreichen.

Vergessen Sie aber nicht, dass sich die Duftnoten auf jeder Haut unterschiedlich verwandeln.  Das Parfum meiner Freundin riecht bei mir möglicherweise gar nicht so gut.

Duftwolken-Tabu

Ihr ‚Wohlgeruch‘ sollte unbedingt zum Kontext, in dem Sie sich bewegen, passen.

Fitness-Studio und Lilienduft gehören genauso wenig zusammen wie Abendgarderobe und Kernseife.

Natürlich gibt es noch viele andere Gelegenheiten, wo ein Duft zumindest sehr sparsam eingesetzt werden sollte. Das ist bei einem Krankenbesuch ebenso der Fall, wie auf einer Beerdigung oder im Theater.

Auch bei einer Weinprobe hat sich so mancher schon über zu intensive Duftwolken geärgert. Der Genuss von Speisen oder Getränken wird auch durch den Geruchsinn beeinflusst.

Mit zu viel Duftwässerchen verderben Sie Ihren Begleitern schnell den Spaß am Genießen.

1,5 Milliarden Euro

In Deutschland werden rund 1,5 Milliarden Euro für Parfums umgesetzt – davon gut zwei Drittel mit Damen-, der Rest mit Herrendüften. Ein riesiger Markt mit einem verlockenden Angebot.

Die Damendüfte unterteilen sich in blumige oder fruchtige Düfte, frische Citrus-Düfte und sinnlich-orientalische Düfte.

Bei den Herren finden wir eher die aromatischen Gewürz- und Kräuterdüfte, holzige Noten, sportliche Citrus-Varianten aber auch hier schwere, orientalische Düfte.

Wie finde ich das richtige Parfum?

Ausprobieren!

Nutzen die kleinen Pröbchen und lassen Sie sich einen Tag von diesem Duft begleiten. Erst dann wissen Sie, ob Sie es mögen. Im Idealfall unterstreicht das Parfum Ihren Stil und Ihre Persönlichkeit. Sie sollen sich damit wohlfühlen.

Für das Berufsleben werden Sie eher zu einer frischen, vielleicht auch fruchtigen Variante greifen. In die Freizeit passen auch leichte blumige Düfte. Die Puderigen und Orientalischen eigenen sich gut für das Rendezvous oder den Abend.

Die Herren sind mit Kräuter- und Gewürzaromen und sportlichen Citrus-Noten im Berufsleben gut ausgerüstet. Für die Freizeit dürfen es dann auch holzige Düfte oder Lederaromen sein. Und abends darf es, genau wie bei den Damen, der etwas schwerere verführerische Duft des Orients sein.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Bei der Dosierung bewegen wir uns auf einem schmalen Grat. Ein Tupfer oder ein kleiner Sprühstoß auf einen der ‘Pulspunkte’ (das sind die Stellen, an denen man den Puls spüren kann, also das Handgelenk, den Hals oder hinter den Ohren) reicht völlig aus. Auch die Haare sind ein guter Duftträger.

Vorsicht allerdings beim Besprühen der Kleidung. Das wird leicht zu intensiv und die Mischung aus Parfum und Waschmittel ist in den seltensten Fällen angenehm.

Mit der Dosierung sollten Sie auch dann besonders vorsichtig sein, wenn Sie Raucher sind (dann ist das Geruchsempfinden eingeschränkt) oder Ihren Duft schon über einen längeren Zeitraum ausschließlich benutzen. Sie haben sich dann so an Ihren Geruch gewöhnt, dass Sie ihn gar nicht mehr wahrnehmen.

Die Lösung für dieses Problem: Wechseln Sie Ihren Duft, je nach Anlass, Jahreszeit oder Stimmung.

Der feine Unterschied

Parfums gibt es in unterschiedlichen Konzentrationen. Ein reines Parfum hat eine Duftkonzentration von 20% und mehr, bei einem Eau de Parfum sind es 8-15 %, und das Eau de Toilette hat 5-8 %.

Kölnisch Wasser oder , eleganter, Eau de Cologne ist mit einer Duftkonzentration von 2-5% eher schwach im Duft, weniger haben dann nur die Rasier- oder Aftershave-Produkte (http://duftstoffverband.de/dufterschaffen/wie-viel-duft/)

Je höher die Duftkonzentration, desto länger und intensiver haftet er. Wer also eher verschwenderisch mit dem Zerstäuber umgeht, sollte besser zum Eau de Toilette greifen.

Duft-Layering – Der neue Trend

Verschiedene Parfums miteinander zu kombinieren ist im Moment ziemlich angesagt. Ein Trend, wie geschaffen für die experimentierfreudigen unter uns. Durch die Kombination zweier oder mehrerer Düfte entsteht ein neuer, sehr individueller Duft.

Ähnlich wie beim Lagen-Look werden zwei oder mehr Düfte übereinander gesprüht, oder unterschiedliche Parfums in unterschiedlichen Bereichen aufgetragen.

Anfänger sollten dabei möglichst in einer Duftfamilie bleiben, also zwei blumige Noten mischen oder zwei unterschiedliche Fruchtaromen kombinieren.

Mutige mischen vielleicht orientalische mit holzigen Noten …

Das Verfallsdatum

Lassen Sie uns noch über die Haltbarkeit Ihres Parfums sprechen.  Dunkel und bei Zimmertemperatur fühlt es sich am wohlsten. In der Regel ist ein Parfum mindestens 24 Monate haltbar. Bei angebrochenen Flakons hingegen geht man schon nach sechs Monaten das Risiko ein, dass sich Geruch, Farbe und Konsistenz verändern. Dann muss es leider in den Müll. Gerade bei den Abend-Düften achte ich deshalb darauf, nur einen kleinen Flakon zu kaufen.

Parfum als Karriere-Blocker

Zugegeben eine gewagte These, aber auch dafür gibt es eine Studie. Der US Professor Robert Baron hat untersucht, wie sich die Verwendung von Parfums auf Bewerbungsgespräche auswirkt. Interessanterweise stuften männliche Personaler die Kandidaten deutlich negativer ein, wenn sie einen Duft benutzt hatten. Bei den weiblichen Interviewern war es umgekehrt. Interessant, aber leider selten wirklich zu steuern. Wir alle entscheiden spontan und unbewusst, ob wir ‚jemanden gut riechen können‘.

Im Beruf müssen wir also besonders sorgfältig bei der Auswahl und der Dosierung sein.

Frisch, leicht und nicht zu viel. Dazu passt dann auch diese kurze Faustregel:

Der Duft sollte nicht vor Ihnen im Raum sein und ihn gemeinsam mit Ihnen verlassen

Nun wünsche ich Ihnen viele angenehme Dufterlebnisse und vielleicht auch einen inspirierenden Besuch in einer Parfumerie.

1 Comment
  • Sabine Overbeck
    Posted at 08:26h, 17 September Antworten

    Liebe Frau Smits, ganz herzliche Grüße und vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel Ich lese Ihre Newsletter immer sehr interessiert. Eine wundervolle Woche, herzlichst Sabine Overbeck

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