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KLEINE WEINKUNDE

Wissenswertes über Wein

Zu einem festlichen Essen oder nur zum Klönabend mit Freunden: Eine Flasche guten Weines passt eigentlich immer (die Biertrinker mögen mir verzeihen). Wenn nur die Auswahl nicht so schwer wäre. Nun ist ja bekanntermaßen der teuerste Wein nicht immer der Beste und nicht jedes Schnäppchen macht Gäste wirklich froh.

Ein raffiniertes Menü wird durch die kluge Auswahl der begleitenden Weine noch außergewöhnlicher. Ein gut ausgebildeter Sommelier (so heißt der Weinkellner, die weibliche Bezeichnung lautet Sommeliere) bietet den Gästen im Restaurant das Passende an. Aber was tun, wenn Sie zu sich nach Hause einladen?

Hier kommen einige Grundregeln zum Wein und ein paar Informationen, die Sie im Umgang mit dem Rebensaft kennen sollten.

Ausschlaggebend bei der Auswahl ist Ihr persönlicher Geschmack. Sie allein wissen, was Ihnen (und Ihren Gästen) schmeckt. Das kann durchaus der leichte liebliche Weißwein aus der Toskana sein, der Sie so schön an den vergangenen Urlaub erinnert.

Manchmal sucht man dann aber doch das Besondere. Nur, wo finden Sie das?

Wissen Sie, wer die größten Weinhändler in Deutschland sind? Richtig, es sind die Discounter Aldi und Co. Etwa 60 % der in Deutschland getrunkenen Weine werden dort eingekauft. Sie bieten eine große Auswahl zu sehr günstigen Preisen an. Leider gibt es keine Garantie für die Qualität der Weine. Auch wenn Sie gestern einen hervorragenden Tropfen besorgt haben, wissen Sie nicht, ob er in der gleichen Qualität auch in einem halben Jahr noch zu haben ist. Das Problem bei Weinen aus dem Supermarkt ist außerdem oft die Lagerbedingung. Neonlicht und möglicherweise lange Standzeiten im Regal mindern die Qualität. Teure Weine werden zudem häufig in den oberen Regalen gelagert; dort haben sie es dann auch noch wärmer und heller als die Kameraden in den unteren Reihen.

Da sind Sie beim Fachhändler besser aufgehoben. Hier wird der Wein fachgerecht gelagert und eine Beratung bekommen Sie selbstverständlich auch. Bei vielen Weinhändlern gehört das Probieren zur Beratung. Und für vier bis sechs Euro bekommen Sie schon einen anständigen Wein. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

Doch was nützt ein teurer Wein, wenn er nicht zu den ausgewählten Speisen passt?

Kombinieren Sie leichte Weine mit leichten Speisen. Zu deftigen Fleischgängen passen besser die kräftigen Rotweine. Allerdings sollten Weine zum Essen nicht unbedingt einen ausgeprägten Charakter haben, sondern mit den Speisen harmonieren. Zuviel Säure, gerade in Verbindung mit Salatdressings oder Gerbstoffen, sind da problematisch.

Übrigens gilt die Regel ‘weißes Fleisch = weißer Wein, rotes Fleisch = roter Wein’ heute nicht mehr. Vielmehr richtet sich die Weinauswahl nach der Zubereitung der Speisen und so lässt sich zu einer gebratenen Poulardenbrust ein leichter Rotwein, wie ein kräftiger Weißwein kombinieren.

Roséweine gehören zur Kategorie der Rotweine und erleben zurzeit ein Revival. Sie sind etwas kräftiger als Weißweine und passen zu vielen Speisen.

Die Trinktemperatur für Weiß und Rotweine ist unterschiedlich.

Servieren Sie:

Champagner und Süßweine bei 6-7   Grad C
Säurebetonte, fruchtige Weißweine bei 8-10  Grad C
Körperreiche Weißweine bei 10-12 Grad C
Fruchtbetonte Rotweine bei 14-15 Grad C

Gläser spielen eine nicht unerhebliche Rolle. Ein gehaltvoller Rotwein im Senfglas serviert, ist nicht nur stillos, er wird auch sein Aroma nicht richtig entfalten können.

Servieren Sie den Wein in klassischen schlichten Kelchen. Für den schmalen Geldbeutel gibt es Universalgläser, die sich für Weiß- und Rotweine eignen.

Trinken Sie häufiger Wein, oder haben Sie oft Gäste, sollten Sie zusätzlich in etwas größere Rotweingläser investieren. Rotwein braucht mehr Luft, um sein Aroma zu entfalten, deshalb sind die Gläser größer und bauchiger. Ob Sie nun spezielle Gläser für Bordeaux, Barolo oder Burgunder anschaffen, richtet sich sicher nach Ihren persönlichen Vorlieben und dem Platz, den Ihre Schränke bieten.

Bei Sekt- oder Champagnergläsern sind die schmalen hohen Flöten zu bevorzugen. In den Sektschalen der siebziger Jahre verfliegen Aroma und Kohlensäure zu schnell.

Schenken Sie nicht zu viel ein. Etwa zwei Finger breit oder bis zur breitesten Stelle des Kelches, lautet die Faustregel.

Es ist eine nette Geste, zum Wein zusätzlich Wasser zu servieren. Wein wird besser mit stillem Wasser vertragen, weil die Kohlensäure aus Mineralwasser den Alkohol ins Blut transportiert. Günstig ist es, auf ein Glas Wein zwei Gläser Wasser zu trinken. Damit vermeiden Sie unangenehme Folgen am nächsten Morgen.

Im Restaurant probiert der Gastgeber oder derjenige, der den Wein bestellt hat. Allerdings wird hier nicht getestet, ob der Wein lecker schmeckt, sondern lediglich, ob er richtig temperiert ist und nicht muffig oder korkig schmeckt. Auch zu Hause ist ein Probeschluck notwendig, es gibt erstaunlich viele Weine mit Korkgeschmack. Aus diesem Grund suchen die Winzer auch verstärkt nach Flaschenverschluss-Alternativen. Es ist nicht mehr unbedingt anrüchig, einen Schraubverschluss für Weinflaschen zu verwenden, die edlere Variante wäre dann der Glasstopfen.

Sie merken schon, zum Thema Wein gibt es viel zu erfahren. Wenn ich Sie jetzt neugierig gemacht habe und Sie mehr erfahren wollen, habe ich einen Buchtipp und eine interessante Internetseite für Sie: ‘Wein für Dummies, das Wein-Lese-Vergnügen der besonderen Art’ von Ed McCarthy und Mary Ewing-Mulligan und www.weinplus.de.

Das kleine Wein-ABC

Anbaugebiet         Herkunftsgebiet des Weines und Qualitätsmerkmal. Es ist gesetzlich definiert und legt den Wein-typ fest. In Frankreich lautet die Bezeichnung AOC oder AC (Appelation d’Origine Controlée). Bei italienischen Weinen lesen Sie DOC (Denominazione d’Origine Controllata) und bei spanischen DO (Denominación d’Origen) auf dem Etikett.

Auslese                  Prädikatsstufe von deutschen Weinen, die einen Mindestzuckergehalt festlegt. Diese Weine haben eine natürliche Restsüße, weil sie aus überreifen Trauben gekeltert werden.

Barolo                    Bezeichnung für einen hochwertigen und meist teuren Rotwein aus dem Piemont, der aus der Nebbiolo-Traube gemacht wird. Schmeckt gut zu Fleisch- und Wildgerichten und ist über Jahre lagerfähig.

Barrique                 Bezeichnung für Eichenholzfässer, in denen einige Weiß- und viele Rotweine eine Zeit lang gelagert werden. Diese Fässer sind innen ausgebrannt. Dadurch nehmen die Weine einen besonderen Geschmack nach Röst-Aromen und Vanille an.

Beaujolais              Ein aus der Gamay-Rebe gekelterter Rotwein aus dem südlichen Burgund. Wird oft schon sehr jung getrunken.

Beerenauslese     Weine aus sehr reifen, fast schon rosinierten Trauben mit einem sehr hohen Zuckergehalt. Dadurch sind sie lange haltbar. Beerenauslesen eignen sich bestens als Dessertweine.

Blanc de Blancs    Weißweine und Champagner die nur aus weißen Trauben hergestellt werden.

Bordeaux               Großes Weinanbaugebiet in Frankreich um die Stadt Bordeaux.

Brut                         Trockener Schaumwein mit wenig Restsüße

Bukett                    Der Duft des Weines. Je reifer er ist, desto ausgeprägter sind die Duftempfindungen.

Burgund                 Berühmtes französisches Anbaugebiet aus dem viele große Weine kommen.

Burgunder             Rebsortenfamilie (Weiß-, Grau- oder Spätburgunder), die nichts mit dem Anbaugebiet zu tun hat. Die französische Bezeichnung ist Pinot.

Cava                        Schaumwein aus Spanien, der in Flaschengärung hergestellt wird.

Chablis                   Französische Weißweine (Anbaugebiet um Auxerre im Burgund) aus der Chardonnay-Rebe.

Champagner         Schaumwein, der nach streng festgelegten Regeln in der Weinbauregion Champagne hergestellt wird. Typisch ist die Flaschengärung. Die Bezeichnung ‚Champagner‘ ist markenrechtlich geschützt.

Chianti                   Rotwein aus der Toskana, der aus mehreren Rebsorten gewonnen wird.

Cremant                Leichter, cremiger Schaumwein mit weniger Kohlensäure als Champagner.

Cuvée                     Verschnitt aus unterschiedlichen Trauben, Sorten, Lagen oder Jahrgängen.

Dry                          Geschmacksbezeichnung für Schaumweine. Sie bedeutet allerdings nicht ‘trocken’ sondern lieblich. Eine andere Bezeichnung wäre sec.

Edelsüß                  Trauben mit einer erwünschten Pilzinfektion haben eine sehr hohe Konzentration von Zucker und Aroma-Stoffen. Der daraus gekelterte Wein wird edelsüß und eignet sich ausgezeichnet als Dessertwein.

Eiswein                  Eine rare Spezialität, die aus gefrorenen Trauben hergestellt wird.

Frizzante                Italienische Bezeichnung für leicht schäumenden Perlwein, wie beispielsweise Prosecco oder Lambrusco.

Kabinett                 Deutscher Qualitätswein der untersten Prädikatsstufe.

Lambrusco            Leicht perlender Rotwein (frizzante) aus der Emilia-Romagna.

Merlot                    Bekannte und weitverbreitete Traubensorte.

Mostgewicht        Zuckeranteil im Most. Wird in Grad Öchsle gemessen und ist ein Qualitätsmerkmal.

Muskateller          Eine der ältesten Rebsorten der Welt.

Prosecco                Perlwein, der ursprünglich aus Venetien kommt; Rebsorte und Herkunftsort heißen Prosecco.

Reserva                  Bezeichnung für eine Mindestlagerzeit des Weins in Fass und Flasche.

Riesling                  Weiße Rebsorte, die vorwiegend in Deutschland und Österreich mit hervorragenden Ergebnissen angebaut wird. Ein säurebetonter Wein.

Rioja                       Bekanntes Anbaugebiet für Rotwein in Nordspanien.

Rosé                        Eigenständiger Weintyp, zählt zur Kategorie der Rotweine, enthält jedoch weniger Farb- und Gerbstoffe.

Sauvignon Blanc Weiße Rebsorte mit erfrischender Säure.

Shiraz                     Andere Bezeichnung: Syrah, Rotweintraube mit kräftig-würzigem Geschmack.

Spätlese                 Trauben werden eine Woche nach Beginn der allgemeinen Lese geerntet. Eine Qualitätsstufe besser als Kabinett-Weine.

Spumante              Italienische Bezeichnung für Schaumwein.

Tannin                    Gerbstoff, der das Wesen eines Rotweins bestimmt.

Terroir                    Zusammenspiel von Klima, Rebsorte und Boden. Hat Einfluss auf den Geschmack des Weines.

Weinstein              Kristalle, die dem Kaliumsalz der Weinsäure bestehen und sich ganz natürlich bilden. Normalerweise wird der Weinstein vor dem Abfüllen entfernt, manchmal lagern sich aber auch später noch Kristalle auf dem Flaschenboden ab. Weinstein ist kein Reklamationsgrund.

Weißherbst           Roséwein, der nur aus einer Rebsorte besteht (Spätburgunder oder Portugieser).

Dieses kleine Wein- ABC ist sicher nicht vollständig, gibt Ihnen aber einen kleinen Einblick in die Welt des Weines und bietet ein Vokabular, um sich mit Weinliebhabern auszutauschen.

 

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