DIN 5008

DIN 5008

„Sehr geehrte Persönlichkeiten“, das klingt seltsam, oder? Diese Empfehlung findet man als Alternative zur altbekannten Anredeform „Sehr geehrte Damen und Herren“. In der lang erwarteten Neufassung der DIN 5008.

Diese Formulierung soll dann verwendet werden, wenn man nicht sicher ist, um welche Geschlechter es sich bei den Empfängern handelt.

Die Erklärung zu dieser Empfehlung lautet nach DIN folgendermaßen:

<<Wenn anzunehmen ist, dass die Anrede ‚Sehr geehrte Damen und Herren‘ als unhöflich, unangemessen oder veraltet angesehen wird, kann beispielsweise eine Anrede gewählt werden, die den Gender-Aspekt der menschlichen Spezies vollkommen ausspart, auf der anderen Seite aber den in den überkommenen Bezeichnungen ‚Dame‘ und ‚Herr‘ (gegenüber Mann und Frau) enthaltenen Höflichkeitsaspekt weiterhin enthält. Eine solche Formulierung wäre zum Beispiel ‚Sehr geehrte Persönlichkeiten‘>>.

Ich bin gespannt, ob sich diese Bezeichnung durchsetzt.

Gendergerechte Sprache

Der gesellschaftliche Wandel schlägt sich also auch in der DIN-Norm nieder. Das ist auf den ersten Blick vielleicht ungewohnt und bestimmt auch unbequem – aber Sprache entwickelt sich eben. Mit etwas Überlegung finden sich kreative Lösungen, die die unterschiedlichen Menschen passend ansprechen. Beispiele gefällig? Sehr gern.

     Teilnehmern             Teilnehmende

     Studenten                 Studierende

     Ausbilder                  Ausbildende

     Mitarbeiter               Mitarbeitende

Natürlich können wir auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sprechen. Das ist auf jeden Fall höflich und richtig, wenn wir genau wissen, dass sich kein ‚drittes Geschlecht‘ unter den Empfängern befindet.

Gender-Star und Gender-Gap

Immer diese Anglizismen, denken Sie jetzt vielleicht. Naja, ich kann es auch auf Deutsch sagen: Das Gender-Sternchen oder der Gender-Unterstrich. Wenn wir alle drei Geschlechter ansprechen wollen, kommen wir daran nicht vorbei.

Liebe Mitarbeiter*innen, sehr geehrte Kolleg_innen, so sieht die korrekte Anrede für mehrere Personen aus.

Wenn ein Sprachprogramm den Unterstrich mitsprechen soll, erreichen Sie das mit dem Doppelpunkt. Kolleg:innen. Probieren Sie es doch mal aus.

Hallo, Moin, oder guten Tag

Bei der Begrüßung in der Anrede gibt es auch eine neue Kleinigkeit. Das Komma hinter ‚Guten Tag‘ ist nicht mehr verpflichtend. Vielleicht erinnern Sie sich, wie vehement ich für dieses Satzzeichen gekämpft habe. Nun dürfen Sie selbst entscheiden, ob Sie das Komma schreiben oder nicht.

‚Hallo‘, ‚Moin‘ oder ‚Liebe(r)‘ sollten nur in der informellen oder internen Kommunikation verwendet werden.

Geblieben ist die Leerzeile zwischen Anrede und Text.

Erst kommt der Punkt, dann der 😉 – Emojis in der DIN

Erstaunlicherweise hat auch der Umgang mit den kleinen netten ‚Grins-Gesichtern‘ Eingang in das neue Regelwerk gefunden. Zwar nicht im Erstkontakt, aber doch im vertrauten, bekannten Rahmen. Übertreiben Sie nicht und wählen Sie eindeutige Symbole.

Emojis ersetzen keine Satzzeichen. 😊

@ Frau Sonnenschein

Ich werde oft gefragt, ob man denn im Schriftverkehr das @-Zeichen für die Ansprache einzelner Personen nutzen darf. Auch das ist nun offiziell geregelt.

Das @ Name wird durch Fettschrift hervorgehoben.

Das war noch nicht alles

Im nächsten Blog-Artikel geht es mit den Neuerungen in der DIN 5008 weiter. Thema wird dann unter anderem das neugestaltete Anschriftenfeld sein.

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