DIGITALE WIRKUNG

7 TIPPS FÜR IHRE DIGITALE WIRKUNG

Was tun Sie, wenn Ihnen jemand eine Rechtsanwältin oder einen Steuerberater empfiehlt?

Genau, Sie fragen Herrn Google.

Schnell ist klar, wie die Person aussieht (oder irgendwann mal ausgesehen hat), welche Interessen sie hat und wie der berufliche Werdegang verlaufen ist.

Dazu brauchten Sie diesen Menschen nicht persönlich kennenzulernen, haben aber trotzdem schon einen Eindruck bekommen. Den, der vor dem ersten liegt, also den ‚nullten Eindruck‘.

Natürlich funktioniert diese Geschichte auch andersherum. Wir alle hinterlassen Spuren, nicht nur analog, sondern auch in der digitalen Welt.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihnen jemand bei einer ersten Begegnung besonders herzlich oder sehr reserviert entgegenkommt?

Wahrscheinlich hat sich diese Person vor einer Begegnung über Sie informiert.

Auf welchen Plattformen wird man bei Ihnen fündig? Xing, LinkedIn, Instagram, Twitter …

In der digitalen Welt liefert das Profil im jeweiligen Netzwerk entscheidende Informationen. Überlegen Sie also gut, was der Besucher von Ihnen wahrnehmen soll.

Wie sieht das Profilfoto aus? Blickkontakt, Lächeln, Gesten, Kleidung – sogar der Hintergrund oder das Fehlen eines Fotos sind eine Aussage.

Der zweite Blick des Besuchers fällt dann, je nach Plattform, auf gepostete Fotos, den beruflichen Werdegang oder die Kommentare.

Die Vielfalt der sozialen Netzwerke ist groß und überall gibt es eigene Regeln.

Egal, wo Sie unterwegs sind: Sie entscheiden wie viel Sie von sich preisgeben wollen und auf welche Weise Sie das tun.

Sie sind verantwortlich für den Ruf, den Sie sich aufbauen und natürlich für den Schutz Ihrer Daten.

Überlegen Sie gut, welchen Eindruck Sie hinterlassen möchten.

Netzwerke wie Facebook, YouTube, Instagram, WhatsApp, Snapchat werden meist privat genutzt.

Hier bleiben Sie mit Freunden du der Familie in Kontakt. Es geht persönlich zu, die Anredeform ist das ‚Du‘ und Sie dürfen lustige Tierfilme posten oder ein Foto von Ihrem Geburtstag teilen.

Trotzdem überlegen Sie, was und wie häufig Sie posten. Ihre Kritik in den Kommentaren ist konstruktiv und Sie ‚labern‘ nicht.

Fotos von Freunden teilen Sie besser nur mit deren Erlaubnis (besonders wichtig bei Kinderfotos).

Prahlen, Protzen und Angeben sind auf jeder Plattform Sympathiekiller. Wer täglich ein Selfie postet, muss sich über den entstandenen Eindruck nicht wundern.

Vermeiden Sie eine Flut von Hashtags (#) in Ihren Postings und verzichten Sie möglichst auf SMS-Abkürzungen wie ‚LOL‘ ‚OMG‘, ‚LG‘…

Wissen Sie was ‚Like-farming‘ ist? Dahinter verbirgt sich das Fragen nach einem ‚Like‘ zum Beispiel für einen Beitrag oder ein Foto. Darauf reagieren viele Menschen genervt.

Auch im familiären Bereich Interna zu posten ist kein guter Stil. Den Freundeskreis öffentlich über die persönlichen Probleme der besten Freundin zu informieren ist respektlos und übergriffig.

Die beruflichen Netzwerke Xing und LinkedIn ticken etwas anders.

Hier ist der Schwerpunkt das Berufsleben. Folgerichtig läuft die Kommunikation dann auch in der ‚Sie-Form‘ (Xing hat vor kurzem vergeblich versucht hier etwas zu verändern)

Auf diesen Plattformen ist Ihr Profil auch Ihre Visitenkarte. Wählen Sie ein aktuelles Foto das zum Kontext passt (kein Schnappschuss und auch vollständig bekleidet). Es geht doch hauptsächlich um den beruflichen Austausch.

Interessante Beiträge, Tipps und Austausch stehen im Vordergrund. Firmeninterna gehören hier genauso wenig hin, wie Werbung oder Ironie.

Viele größere Unternehmen haben inzwischen auch ein Unternehmensprofil, in dem sich die Mitarbeiter ihr persönliches Profil anlegen, Gruppen beitreten oder miteinander chatten können.

Und noch? Beantworten Sie Kontaktanfragen und reagieren Sie auf Nachrichten. Anrede, Grußformel und korrekte Rechtschreibung sind genauso wichtig, wie Wertschätzung und Respekt.

Sieben Tipps für Ihre Wirkung

1  Mobbing und Hass-Kommentare sind tabu.

2  Pflegen Sie Ihre Profile aber übertreiben Sie die Anzahl der Nachrichten oder Statusmeldungen nicht.

3  Kommentieren Sie nur, wenn Sie etwas beizutragen haben.

4  Verzichten Sie in Chats auf Großbuchstaben (wird als Anschreien gewertet) und lassen Sie den Gesprächspartner zu Ende schreiben, bevor Sie antworten.

5  Eigene Kommentare und Bilder sollten nicht selbst gelikt werden.

6  Vertrauliches besser als persönliche Nachricht (mit Anrede und Schlussformel) versenden.

7  Offizielle Nachrichten (z.B. Krankmeldungen) nicht per WhatsApp verschicken.

Für einen passenden ‚nullten Eindruck‘ ist es sinnvoll ausnahmsweise einmal ‚Ego-Googlen‘ zu betreiben.

Bewerten Sie das Ergebnis objektiv und vergessen Sie nicht, dass auch privat genutzte Kanäle öffentlich zugänglich sind.

Passen online und offline zusammen?

Ergibt sich ein Bild, das Ihnen entspricht?

Sorgen Sie mit Ihren eigenen Profilen für einen stimmigen Voreindruck?

Denken Sie auch an die Bildersuche, denn ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte und zu viele Partyaufnahmen oder eine Flut von Selfies können für einen falschen Eindruck sorgen.

Mein Appell an dieser Stelle:

Gehen Sie bewusst mit Ihren Daten um und überlegen Sie genau, wie Sie sich auf der großen Bühne des World Wide Web darstellen wollen.

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