28 Aug Ungeschriebene Gesetze

Kennen Sie die ungeschriebenen Gesetze?

 

‚Was ist das denn?‘ wird sich nun so mancher fragen, Gesetze gehören ins Gesetzbuch – zusammen mit vielen Paragraphen.

Es gibt sie aber tatsächlich, die Gesetze, die jeder kennt (kennen sollte), die aber – wie die Bezeichnung schon sagt – nirgendwo aufgeschrieben sind. Ihre Einhaltung wird allerdings von jedem erwartet.

Diese Erwartungshaltung haben wir ‚im Gefühl‘; und wenn jemand die Regeln missachtet, hat das oft unangenehme Folgen. Es entstehen unerklärliche Abwehrreaktionen, manchmal sogar Aggressionen und so manches Geschäft kommt nicht zustande weil ein Verhandlungspartner keine Ahnung von den ungeschriebenen Gesetzen hat.

Es ist also eine absolut notwendig, sich einmal mit diesen Regeln auseinanderzusetzen.

Da ist zunächst einmal der Abstand, den wir einhalten, wenn wir Menschen gegenüber stehen. Je besser wir einander kennen, desto mehr Nähe akzeptieren wir. Das heißt aber auch, dass wir denen, die wir (noch) nicht gut kennen, etwas mehr Distanz einräumen sollten. Der angemessene Abstand beträgt etwa eine Armlänge.

Vorsicht bei Berührungen, die über den Händedruck hinausgehen, das kommt nicht immer gut an.

Schauen Sie Ihr Gegenüber an, halten Sie Blickkontakt, aber starren Sie nicht. So etwas wird als Dominanzverhalten gewertet.

Dosieren Sie den Blickkontakt – je enger ein Raum ist, zum Beispiel ein Fahrstuhl, desto weniger Blickkontakt sollte sein.

Sprechen Sie niemanden von hinten an: Zu einer Kontaktaufnahme gehört unbedingt das Anschauen

Beachten Sie die korrekten Begrüßungsformen: Entweder alle Anwesenden per Handschlag begrüßen oder keinen.

Respektieren Sie das Territorium Ihrer Mitmenschen; das ist der Raum, den ein Mensch für sich beansprucht, als wäre er die Erweiterung seines Körpers.

Dies kann das Haus, das Zimmer, der Lieblingssessel, der Platz am Tisch oder das Auto sein.

Der PC gehört ebenso zum Territorium eines Menschen wie sein Arbeitsplatz. Deshalb also keine Übergriffe auf fremde Schreibtische; nichts darauf suchen oder wegnehmen, nichts ungefragt darauf ablegen

Der Außendienstmitarbeiter ist beim Kundenbesuch also gut beraten, sich nicht auf den Lieblingssessel des Kunden zu setzen.

Das Ablegen von Unterlagen und Handy auf dem Schreibtisch des Vorgesetzten trägt nicht unbedingt zu einem guten Verhältnis bei.

Auch das gut gemeinte: ‚Ich zeig Ihnen das mal eben‘, um mit der Maus oder Tastatur des Kollegen dessen Computerproblem zu lösen ist ein Grenzübertritt.

In jedem Unternehmen gibt es über diese allgemeinen Dinge hinaus noch eine Vielzahl von Verhaltensweisen, die man tut, oder lieber lässt. Das beginnt beim Dresscode, der ja oft stillschweigend erwartet wird und endet noch lange nicht bei Raucherpausen oder erwarteten Überstunden.

Überlegen Sie einmal, wie es in Ihrem Unternehmen ‚tickt‘. Welche hierarchischen Strukturen es gibt, ob private Telefonate tabu sind, bestimmte Übermittlungswege üblich sind, das Surfen im Internet erlaubt ist?

Durchblick bei den ungeschriebenen Gesetzen erleichtert den Berufsalltag ungemein.

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