16 Mai 7 Stolperfallen für Hochzeitsgäste

 

Das Thema Hochzeit beschäftigt heute ja einen ganzen Industriezweig. Heiratswillige Paare geben sich sehr viel Mühe mit der Planung, die oft mehr als ein Jahr dauern kann, damit dieser besondere Tag auch perfekt wird. Es werden nicht unerhebliche Summen investiert, Hochzeitsplaner engagiert und nach immer ausgefalleneren Highlights gesucht.

# Gäste-Knigge

Was trotz aller Planung schiefen gehen kann ist das Verhalten der Hochzeitsgäste. Als Gastgeber kann man ja auch seinen Gästen mit der Einladung nicht gleich einen kleinen Knigge-Ratgeber mitschicken. Da bleibt dann nur die Hoffnung, das schon alles gut gehen wird und ‚man‘ ja weiß, wie man sich benehmen muss.

Ich habe für Sie die sieben größten ‚Hochzeitsfeier-Sünden‘ zusammengestellt. Damit sind Sie bei der nächsten Hochzeitseinladung auf der sicheren Seite und können die Feier entspannt genießen.

# Save the date

Wer zu einer Hochzeit eingeladen ist, hat sicher schon einige Wochen vor dem Termin eine schriftliche Einladung erhalten. Mit Angabe des Datums, der Uhrzeit und dem Ort von Trauung und Feier. Die Antwort auf eine Einladung sollte möglichst schnell gegeben werden. Am stilvollsten ist es, auf eine schriftliche Einladung auch in Schriftform zu antworten.

Hier haben wir dann auch schon den ersten Stolperstein: Vergessen Sie nicht Bescheid zu sagen, dass Sie kommen. Es ist ärgerlich und verdirbt die Vorfreude, wenn man die Gäste an ihre Zu- oder Absage erinnern muss.

# Junggesellenabschied

Bevor es mit der offiziellen Feier ernst wird, feiern Braut und Bräutigam unabhängig voneinander heute oft den Abschied vom Junggesellendasein. Er wird meist von Freunden oder den Trauzeugen organisiert. Diese letzte Möglichkeit, über die Stränge zu schlagen, wird mit allerlei Spielchen und viel Alkohol genutzt.

Die Gäste sind für die Kosten und den Ablauf zuständig und sollten darauf achten, dass niemand zu Schaden kommt. Stolperstein zwei: Braut und Bräutigam sind die Hauptpersonen, größere Peinlichkeiten sollten ihnen erspart bleiben. Kleine Herausforderungen sind dabei aber durchaus erwünscht und üblich.

Am Abend vor der Hochzeit findet dann manchmal noch der Polterabend statt – das Brautpaar verabschiedet sich gemeinsam aus dem Kreis der Unverheirateten. Freunde und Kollegen bekommen die Gelegenheit, eine Menge Porzellan zu zerdeppern. Das soll Glück bringen und böse Geister vertreiben.

# Kleiderwahl

Auf der Einladungskarte finden Sie auch häufig einen Hinweis auf die angemessene Kleidung. Solche Kleidungsvermerke sind bindend und es zeugt von ausgesprochen schlechtem Benehmen, in Jeans und T-Shirt an einer Hochzeitstafel Platz zu nehmen, wenn alle anderen Gäste dem Wunsch der Braut nach festlicher Kleidung gefolgt sind.

Dritter Stolperstein: Die Braut bestimmt den Kleidungsstil der Feier und alle anderen sollten sich nach ihr richten. Selbstverständlich trägt keiner der weiblichen Gäste ein weißes oder cremefarbenes Kleid. Auch Hosenanzüge in diesen Farben sind tabu und die klassischen schwarzen Abendkleider wirken zu einem so fröhlichen Anlass eher schwer und traurig.

Die Gäste sind nie besser gekleidet als das Brautpaar. Wenn der Bräutigam im dunklen Anzug heiratet, bleibt der Smoking im Schrank.

Der Bräutigam entscheidet auch ob und wann das Sakko abgelegt werden darf. Behält er sein Jackett auch nach der Zeremonie an, gibt es keine ‚Marscherleichterung‘ für die Gäste.

# Geschenke

Der nächste Punkt, um den Sie sich kümmern werden, ist das Geschenk. Viele Brautleute haben einen Geschenketisch oder eine Wunschliste im Internet, aus der Sie sich das Passende heraussuchen können. Weit verbreitet ist heute aber auch der Wunsch nach einem Geldgeschenk; etwa für die Hochzeitsreise oder einen anderen größeren Wunsch. Respektieren Sie das und verpacken Sie Ihr Präsent liebevoll und kreativ. Lieblose Geschenke machen ist also auch ein Stolperstein.

# Festtagsmanieren

Nach diesen Vorbereitungen kann der große Tag kommen, und mit ihm viele Möglichkeiten einen Stolperstein zu finden. Als Gast bei einem Hochzeitsfest werden Sie natürlich Ihre Festtagsmanieren präsentieren. Pünktlichkeit ist hier oberstes Gebot. Eine halbe Stunde vor Beginn der Trauung sollten Sie vor Ort sein. Als Teil der engsten Familie dürfen sie während der Zeremonie, gemeinsam mit den Trauzeugen, in den vorderen Reihen sitzen und auch als erste gratulieren. Aber Achtung: kurze freundliche Worte und kleine Luftküsschen sind erlaubt, spitze Bemerkungen, z.B. über ein enges Kleid tabu.

Sie werden sich höflich mit Onkel Otto unterhalten und der Versuchung widerstehen, die Tischkarten auszutauschen, um nicht neben der schwerhörigen Tante Frieda sitzen zu müssen. Sie tragen durch Ihre gute Laune maßgeblich zum Gelingen der Feier bei. Bei der Verabschiedung bedanken Sie sich für das gelungene Fest. Sagen Sie ruhig, wie gut Ihnen die Dekoration, das Essen oder die Hochzeitstorte gefallen haben und verzichten Sie auf jede Form der Kritik.

Ich werde in diesem Zusammenhang oft gefragt, ob auch die Eltern des Brautpaares einen besonderen Status haben. Die klare Antwort: Ja, auch ihnen sollte man gratulieren und sich beim Abschied bedanken, schließlich haben sie die Beiden oft bei der Organisation und der Finanzierung der Feier unterstützt.

# Tischetikette

Packen Sie Ihre guten Tischmanieren aus und zeigen Sie, was Sie in diesem Bereich können. Das gilt für die Sprache des Bestecks genauso, wie für den richtigen Umgang mit der Serviette oder dem Beachten der Brot-Brech-Regeln. Das Sie nicht mit vollem Mund reden, das Messer ablecken oder die Ellenbogen aufstützen brauche ich an dieser Stelle nicht extra zu erwähnen. Drängeln am Büfett und überladene Teller sind auch kein guter Stil. Das wäre dann schon wieder ein Stolperstein.

Als Raucher ist bei dieser festlichen Angelegenheit Ihr Durchhaltevermögen gefragt. Verkneifen Sie es sich zwischen den Gängen nach draußen zu gehen und Ihrem Laster zu frönen. Das Brautpaar und die anderen Gäste werden es Ihnen danken.

# Hochzeitsbräuche

Um das Hochzeitsfest ranken sich eine Vielzahl von Bräuchen. Die Blumenkinder streuen Blüten, damit der süße Duft die Fruchtbarkeitsgöttin anlockt. Auch das Reis werfen nach der Kirche oder dem Standesamt hat diesen Hintergrund.

Kennen Sie die Sitte, dass eine Braut etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues zu ihrer Hochzeit tragen soll? Das Alte symbolisiert das Vergangene, das Neue steht für den kommenden neuen Lebensabschnitt, das Geliehene ist ein Zeichen der Freundschaft und blau ist die Farbe der Treue.

Mit dem Werfen des Brautstraußes wird die nächste Braut ermittelt und wer beim Schleiertanz ein Stück vom Schleier ergattert, bekommt etwas von dem reichen Segen ab, den das Brautpaar heute erhalten hat.

Ihnen fallen sicher auch noch einige Hochzeitsbräuche ein.

Manchmal gestalten Freunde und Verwandte die Hochzeitsfeier auch mit, in dem Sie kleine Sketche aufführen oder Spiele veranstalten, in deren Mittelpunkt das Brautpaar steht. Bitte finden Sie heraus, ob diese Art Unterhaltung den Brautleuten auch gefällt. Sonst verderben Sie den Beiden vielleicht unabsichtlich den schönsten Tag Ihres Lebens. Nicht jeder ist ein Freund von Tanzspielen, witzigen Anekdoten oder anzüglichen Texten. Das könnte dann der Stolperstein Nummer sieben sein.

Wenn Sie etwas zur Unterhaltung beitragen möchten, achten Sie darauf, dass diese Beiträge nicht schon überaltert sind, zum Beispiel mit Prominentennamen, die nur noch die ältere Generation kennt oder Texten, die man schon mitsprechen kann, weil sie zu jeder Art von Feiern präsentiert werden. Machen Sie sich lieber die Mühe, etwas Eigenes zu texten, das sich individuell auf das Brautpaar bezieht. In jedem Fall sollten Sie diese Aktionen (am besten frühzeitig) mit dem Organisations -Team der Feier absprechen.

 

Mit diesem kleinen Gäste-Knigge kann nun bei der nächsten Hochzeitsfeier-Einladung nichts mehr schiefgehen. Die Tipps eigenen sich ja auch für Silber – oder Goldhochzeiten und viele andere Gelegenheiten.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Stolpersteinen bei Hochzeitsfeiern? Schreiben Sie mir das doch in den Kommentar, ich bin gespannt auf Ihre Erlebnisse.

 

Ihre Marlies Smits

und das Team der Benehmensberatung

 

Fotos: © Cornelius Kalk

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