16 Aug Sprache ohne Worte

In diesem Text geht nicht um Wortwahl, Tonfall, Tempo oder Lautstärke.

Wir beschäftigen uns heute mit einer sehr subtilen und persönlichen Sprache, die, völlig unabhängig von Nationalitäten und Ländergrenzen, überall ‚gesprochen‘ wird. Aber Achtung, nicht überall hat dieses Kommunikationsmittel die gleiche Bedeutung.

Sie haben es schon gemerkt, es geht um die Körpersprache.

Wenn wir in der Lage sind, diese Sprache richtig zu entschlüsseln hat das den großen Vorteil, dass wir die Bedürfnisse unserer Mitmenschen besser erkennen und unsere Beziehungen zu anderen angenehmer gestalten können.

Lexikon der Körpersprache?

Nachschlagen zwecklos, so etwas gibt es nicht. Wir können also nicht anhand einer Checkliste abhaken, wie unser Gegenüber so drauf ist. Es gibt immer mehrere Interpretationsmöglichkeiten für  Mimik, Gestik oder die Haltung. Entscheidend ist neben der Situation in der wir uns befinden auch, ob mehre Signale auftauchen, die in die gleiche Richtung zeigen. Zum Beispiel dokumentieren verschränkte Arme vor der Brust, abgewandte Haltung und nicht vorhandener Blickkontakt ziemlich deutlich das fehlende Interesse.

Ein gutes Team: Kopf und Bauchgefühl

Wir brauchen also unsere volle Aufmerksamkeit, um zu erfahren, wie es unserem Gegenüber geht. Manchmal sagen Menschen aus Rücksicht oder Höflichkeit nicht genau, wie es Ihnen geht. Profis hören also nicht nur zu, sondern haben den kompletten Menschen im Blick und reagieren entsprechend, wenn sie Zweifel am Gesagten haben.

Verräterische Bereiche

Unser Körper kann durchaus ein Verräter sein; eine Menge seiner Signale lassen sich nur schwer kontrollieren. Besonders die Mimik im Augenbereich lässt gut erkennen, ob mein Gesprächspartner wirklich erfreut ist, oder sein Lächeln nur gespielt ist. Übrigens sind Gesicht und Hände am aussagekräftigsten, sie machen etwa 75% aus.

Nonverbale Botschaften erkennen

Überall auf der Welt wird das Lächeln als Friedenssignal interpretiert.

Blickkontakt signalisiert Interesse und eine offene Haltung wirkt sympathisch und entgegenkommend. Hält dagegen jemand großen Abstand, verschränkt die Arme vor der Brust und zeigt uns vielleicht noch die sprichwörtliche kalte Schulter, dann stimmt in dieser Kommunikation etwas nicht.

Dominanzgesten und Statusspiele

Jeder Mensch hat ein individuelles Bedürfnis nach Abstand. Jemandem zu dicht auf die Pelle zu rücken gilt als unhöflich und wird als Dominazsignal gewertet.

Das Thema Dominanz ist bei der Interpretation der Körpersprache ausgesprochen wichtig, finden doch gerade hier ziemlich viele Statusspielchen statt. Die Distanzzonen nicht einzuhalten, zu intensiver Blickkontakt oder Berührungen, die über den Händedruck hinaus gehen, können durchaus Signale der Überlegenheit sein. Da ist derjenige gut dran, der weiß was sie bedeuten und  deshalb entsprechend reagieren kann.

Andere Länder – andere Gesten

Neulich erzählte mir eine Bekannte eine Geschichte, die genau zu diesem Thema passt.

Sie sollte in Indien einer Gruppe von Ingenieuren ein neues Verfahren erklären. Dabei hat sie sich viel Mühe gegeben und natürlich auch in die Gesichter ihrer Zuhörer geschaut. Sie war ziemlich entsetzt, als  sie immer wieder Kopfschütteln auf ihre Worte erntete und versuchte das Gesagte noch einmal mit anderen Worten zu erklären. Wieder Kopfschütteln. Also, das Ganze noch einmal erklären. Am Ende des Vortrags stellte sich dann heraus, dass in Indien Kopfschütteln Zustimmung bedeutet.

Also Achtung: Manchmal bedeutet Kopfschütteln Zustimmung. Auch das Victory-Zeichen, also die zum V gestreckten Zeige- und Mittelfinger haben mehrere Bedeutungen. Mit nach innen gedrehter Handfläche lösen Sie damit in britisch geprägten Ländern eher Ärger aus, entspricht diese Geste dort unserem ‚Stinkefinger.

Und auch der zu einem Kreis geformte Daumen und Zeigefinger lässt Interpretationen von Zustimmung, über Verständnislosigkeit bis zu Beleidigung zu.

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