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12 Okt Der Online-Führerschein

Höflichkeit im Netz – Der Online-Führerschein

 

Die digitale Identität

Heute ist das virtuelle Leben ein fester Bestandteil des Alltags. Die Vielfalt der sozialen Netzwerke ist groß und auf jeder Plattform gibt es eigene Regeln.

Egal, wo Sie unterwegs sind: Sie entscheiden wie viel Sie von sich preisgeben wollen und auf welche Weise Sie das tun. Sie sind verantwortlich für den Ruf, den Sie sich aufbauen und natürlich für den Schutz Ihrer Daten.

Im analogen Leben entsteht ein erster Eindruck über Mimik, Gestik, Stimme, Sprache und das Aussehen. In der digitalen Welt liefert das Profil im jeweiligen Netzwerk diese Informationen. Überlegen Sie also gut, was der Besucher von Ihnen wahrnehmen soll.

Wie sieht das Profilfoto aus? Blickkontakt, Lächeln, Gesten, Kleidung – sogar der Hintergrund oder das Fehlen eines Fotos sind eine Aussage.

Der zweite Blick des Besuchers fällt dann auf Ihre Hobbys, gepostete Fotos, vielleicht den beruflichen Werdegang und die Kommentare.

Überlegen Sie gut, welchen Eindruck Sie hinterlassen möchten. Auch privat genutzte Kanäle sind öffentlich zugänglich.

 

Spurensuche

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihnen jemand bei einer ersten Begegnung besonders herzlich oder sehr reserviert entgegenkommt? Möglicherweise hat sich diese Person im Vorwege über Sie informiert. Wir alle hinterlassen Spuren, nicht nur analog, sondern auch in der digitalen Welt.

In einer Informationsgesellschaft ist das oberste Gebot: Informiere Dich!

Am besten Sie googlen mal Ihren Namen und bewerten objektiv das Ergebnis. Passen online und offline zusammen? Ergibt sich ein Bild, das Ihnen entspricht? Sorgen Sie mit Ihren eigenen Profilen für einen stimmigen Voreindruck.

Vergessen Sie auch die Bildersuche nicht, denn ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte und zu viele Partyaufnahmen oder eine Flut von Selfies können für einen falschen Eindruck sorgen.

Mein Appell an dieser Stelle: Gehen Sie bewusst mit Ihren Daten um und überlegen Sie genau, wie Sie sich auf der großen Bühne des World Wide Web darstellen wollen. 

 

Verhalten in virtuellen Netzwerken

Facebook, YouTube, Instagram, WhatsApp, Snapchat…

Netzwerke, die meist privat genutzt werden. Hier ist Platz für Ihre Freunde und Familie. Es geht persönlich zu, die Anredeform ist das ‚Du‘ und Sie dürfen lustige Tierfilme posten oder ein Foto von Ihrem Geburtstag teilen. Fotos von Freunden teilen Sie nur mit deren Erlaubnis (besonders wichtig bei Kinderfotos). Trotzdem überlegen Sie was und wie häufig Sie posten. Ihre Kritik in Kommentaren ist konstruktiv und Sie ‚labern‘ nicht.

Übrigens: Soziale Netzwerke ersetzen nicht den persönlichen Kontakt. Dinge, die für ein Vier-Augengespräch bestimmt sind gehören nicht ins Netz.

Die beruflichen Netzwerke Xing, Linkedin und Google+ ticken etwas anders.

Hier ist der Schwerpunkt das Berufsleben. Folgerichtig läuft die Kommunikation dann auch in der ‚Sie-form‘. Viele größere Unternehmen haben inzwischen auch eine eigne Plattform in der sich die Mitarbeiter ein eignes Profil anlegen, Gruppen beitreten oder miteinander chatten können.

Auf diesen Plattformen ist Ihr Profil auch Ihre Visitenkarte. Wählen Sie ein aktuelles Foto das zum Kontext passt (kein Schnappschuss und auch vollständig bekleidet).

Hier geht es hauptsächlich um beruflichen Austausch. Interessante Beiträge, Tipps und Austausch stehen im Vordergrund. Firmeninterna gehören hier genauso wenig hin, wie Werbung oder Ironie.

Beantworten Sie Kontaktanfragen und reagieren Sie auf Nachrichten. Anrede, Grußformel und korrekte Rechtschreibung sind genauso wichtig, wie Wertschätzung und Respekt. 

Posten, protzen, patzen

Prahlen, Protzen und Angeben sind in jedem Fall Sympathiekiller. Wer täglich ein Selfie postet muss sich über den entstandenen Eindruck nicht wundern.

Vermeiden Sie eine Flut von Hashtags (#) in Ihren Postings und verzichten Sie möglichst auf SMS-Abkürzungen wie LOL OMG, LG.

Wissen Sie was ‚Like-farming ist? Dahinter verbirgt sich das Fragen nach einem ‚Like‘ zum Beispiel für einen Beitrag oder ein Foto. Darauf reagieren viele Menschen genervt.

Auch im familiären Bereich Interna zu posten ist kein guter Stil. Den Freundeskreis öffentlich über die persönlichen Probleme der besten Freundin zu informieren ist respektlos und übergriffig. 

Social-Media-Tipps für die Praxis

Die Beschäftigung mit dem Smartphone während Sie sich unterhalten wird als ausgesprochen unhöflich gewertet. Bei einer Besprechung, während des Essens oder während der Arbeit sollte das Mobiltelefon in der Tasche bleiben – selbstverständlich stumm geschaltet.

Pflegen Sie Ihre Profile aber übertreiben Sie die Anzahl der Nachrichten oder Statusmeldungen nicht.

Kommentieren Sie nur, wenn Sie etwas beizutragen haben.

Verzichten Sie in Chats auf Großbuchstaben (wird als Anschreien gewertet) und lassen Sie den Gesprächspartner zu Ende schreiben, bevor Sie antworten.

Eigene Kommentare und Bilder sollten nicht selbst gelikt werden.

Mobbing und Hass-Kommentare sind tabu.

Halten Sie sich an die Regeln der Rechtschreibung.

Vertrauliches besser als persönliche Nachricht (mit Anrede und Schlussformel) versenden.

Offizielle Nachrichten (z.B. Krankmeldungen) nicht per WhatsApp verschicken.

Gehen Sie sparsam nit Emoticons um und verzichten Sie im Business-Bereich ganz darauf.

 

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