04 Apr BÜRO-KNIGGE – 30 ‚NO-GOS‘ IM BÜRO, Teil 1

1.     Unpünktlichkeit

Sie rangiert in der Hitliste des No-Gos ziemlich weit oben. Manchmal wird sie sogar als Status-Instrument genutzt; frei nach dem Motto: ‚Besser die anderen warten auf mich, als umgekehrt‘. Gehen Sie also respektvoll mit der Zeit Ihrer Mitmenschen um und halten Sie Termine ein. Das ist höflich und unterstreicht Ihre Zuverlässigkeit. Falls Sie es ausnahmsweise einmal nicht rechtzeitig schaffen sagen Sie Bescheid, dass Sie sich verspäten werden und bitten Sie um Entschuldigung. 

2.     Picknick am Arbeitsplatz

Morgens um halb zehn in Deutschland: Die ersten Snacktime des Tages steht auf dem Programm. Jetzt wird die Käsestulle (Tilsiter) oder das Mettbrötchen ausgepackt. Bitte nicht! Ersparen Sie Ihren Kollegen dieses olfaktorische Feuerwerk und machen Sie Ihre Pause im Aufenthaltsraum, der Kantine oder auf einer Bank an der frischen Luft. Egal ob Frühstücks- oder Mittagspause, Mahlzeiten am Schreibtisch einzunehmen hat viele Nachteile:

  • Die Tastatur wird vollgekrümelt
  • Die Kollegen beklagen sich über den Essensgeruch
  • Unterlagen könnten Flecken bekommen
  • Das Telefon klingelt und Sie haben den Mund voll
  • Sie können nicht richtig abschalten
  • Sie wirken unprofessionell

Gegen ein Stück Obst oder einen Keks hat niemand etwas einzuwenden, auf alles andere verzichten Sie lieber. 

3.     Schlechte Witze machen

Wir kennen Sie alle, diese notorischen Witzeerzähler, denen irgendwie keine Pointe zu flach zu sein scheint, um andere damit ‚zu erfreuen‘. Anzügliche Witze auf Kosten bestimmter Personengruppen sind kein guter Stil und haben mit guter Laune nichts zu tun. Humor dagegen ist eine feine Sache, Eine lustige Anekdote kann einer schwierigen Situation sogar eine andere Richtung geben und wer entspannt über sich selbst lachen kann macht nebenbei noch einen souveränen Eindruck. 

4.     Frischluft-Fanatiker

Die Sache mit der frischen Luft kann ganz schön heikel sein. Da prallen manchmal Welten aufeinander. Die einen brauchen Luft zum Atmen, den anderen wird sehr schnell kalt. Wie immer, wenn mehrere Bedürfnisse erfüllt werden wollen ist Kompromissfähigkeit gefragt. Lassen Sie es nicht auf einen Kleinkrieg ankommen, einigen Sie sich lieber auf bestimmte Lüftungszeiten und passen Sie Ihre Kleidung den Temperaturen an. Es übrigens höflich vor dem Öffnen oder Schließen des Fensters zu fragen, ob die Kollegen damit einverstanden sind. 

5.     Flurfunk füttern

Auch so ein No-Go: Klatsch und Tratsch auf den Büro-Gängen, womöglich begleitet von Getuschel, während der betroffene Kollege vorbeigeht. Am besten Sie spielen dieses Spiel gar nicht erst mit. Das schadet nur Ihrem Standing, Ihrem guten Ruf. Wer heute mit mir über den Kollegen X lästert, der schludert morgen vermutlich auch über mich. Dieser Gedanke ist nicht so abwegig, oder?

6.     Grußmuffel

Sie kennen bestimmt alle einen. Grußmuffel haben keine Lust zurück zu grüßen und kommen selten auf die Idee von sich aus ‚Hallo‘ zu sagen. Lassen Sie sich von diesen Menschen bitte nicht dazu verleiten nun selbst auf den Gruß zu verzichten. Grüßen Sie einfach trotzdem! Das ist schließlich höflich; oder wollen Sie sich von Grußmuffeln zu unhöflichen Verhalten verleiten lassen? Diese Macht möchte ich anderen nicht zugestehen.

7.     Kaffeebecher sammeln

Wir Menschen gehören ja zu den Jägern und Sammlern und es gibt wirklich beeindruckende Sammlungen auf dieser Welt. Eine Reihe von benutzten Kaffeebechern, Gläsern oder Flaschen am Arbeitsplatz gehört aber bestimmt nicht dazu. Räumen Sie den benutzten Kaffeebecher also besser gleich in die Spülmaschine oder waschen Sie ihn ab.

8.     Das letzte Blatt Papier

Sie kennen sicher folgende Situation: Mit einem Stapel Unterlagen stehen Sie vor einem wild blinkenden Kopierer. Im günstigsten Fall müssen Sie jetzt ‚nur‘ Papier nachfüllen, wenn es ganz schlecht läuft hilft nur ein Anruf beim Dienstleister. Ärgerlich. Also, wer das letzte Stück wovon auch immer verbraucht füllt es nach. Das sollte eigentlich ganz selbstverständlich sein. Und der Papierstau am Kopierer? Dafür steht derjenige gerade, der ihn verursacht hat. Ist doch klar.

9.     Laut telefonieren

Mit der Lautstärke ist das so eine Sache. Je höher der allgemeine Geräuschpegel, desto mehr ist man versucht mit lauten Tönen den Lärm zu überstimmen. Gerade in Großraumbüros ein Problem. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und führen Sie Ihre Gespräche in moderater Lautstärke, möglichst an Ihrem Platz und nicht auf Wanderschaft durch den Raum.

10.     Intime Privatgespräche

Manche Dinge will man einfach nicht wissen. Dazu gehören ganz sicher sehr private Einzelheiten aus dem Liebesleben des Kollegen oder der Kollegin. Behalten Sie solche Dinge im Beruf besser für sich und besprechen Sie sie stattdessen mit guten Freunden. Sonst sind Sie schnell in der Schublade ‚distanzlos und peinlich‘ gelandet.

11.     Handyklingeln im Meeting

Man sollte meinen, dass diese Belästigungsform längst ausgestorben ist. Irgendjemand vergisst aber immer sein Mobiltelefon stumm zu schalten. Der erntet dann zurecht genervte Blicke. Der professionelle Umgang mit diesem Kommunikationsmittel: Ausschalten und in der Tasche (ja, es gehört nicht auf den Tisch) verschwinden lassen. Nach der Besprechung sind Sie dann wieder erreichbar.

12.     Geruchsbelästigung

Manche Menschen haben eine feine Nase. Leider gibt es im beruflichen Alltag nicht nur Wohlgerüche zu erschnuppern. Es sind eher die unangenehmen Düfte, die uns das Leben schwer machen. Vom versagenden Deo, über Knoblauchfahnen, Mundgeruch, Essensdunst oder zu viel Parfüm, der Möglichkeiten gibt es viele. Sensibilisieren Sie sich also für Ihren eigenen Geruch, die Kollegen werden es Ihnen danken.

13.     Wer Ordnung hält ist nur zu faul zum Suchen

Die einen lieben das kreative Chaos, die anderen brauchen es penibel ordentlich. Die Menschen sind halt verschieden. Im Job allerdings spielt Ihre Ordnungsliebe noch eine andere Rolle. Unbewusst machen wir die Kompetenz einer Person auch von ihrem Ordnungsverhalten abhängig. Wir denken also, dass der mit dem aufgeräumten Schreibtisch intelligenter ist. Das ist zwar ungerecht, aber unser Unterbewusstsein hält nun mal wenig von Logik.

14.     Wohnzimmeratmosphäre auf dem Schreibtisch

Manche Menschen lieben es gemütlich. Zuhause ja auch völlig in Ordnung, im Büro leider deplatziert. Bitte auf Kerzen, Figürchen und Deckchen verzichten. Ein Foto im Rahmen und vielleicht eine lebendige! Blume, das reicht.

15.     Infos nicht weitergeben

Manchmal ja nur ein Versehen und nicht böse gemeint. Da hilft nur konsequent Notizen machen. Bei manchen hat das Zurückhalten von Informationen leider Methode und das ist mehr als schlechter Stil.

Was ist Ihr ‚Favorit‘?

Oder welche positiven Begebenheiten gibt es aus Ihrem Büro-Alltag zu berichten?


4 Comments
  • manfred ross
    Posted at 17:38h, 05 April Antworten

    Liebe Marlies, sehr gut gemacht!
    Herzliche Grüße an Dich und Deinen Süßen
    Manfred

    • Marlies und Gerhard Smits
      Posted at 17:47h, 05 April Antworten

      Danke, lieber Manfred,

      und in zwei Wochen folgt der zweite Teil 🙂

  • Ines Nowotnick
    Posted at 08:27h, 06 April Antworten

    Schade, dass ich nun gewisse Kollegen nicht mehr habe, denen hätte ich gern einmal diesen Knigge weitergeleitet.

    • Marlies und Gerhard Smits
      Posted at 09:00h, 06 April Antworten

      …aber es ist doch auch schön, wenn im Büro alles gut ist und diese Tipps nicht weiter geleitet werden müssen 🙂

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