11 Jul Begrüßungsrituale

Egal, ob im geschäftlichen Bereich oder im Privatleben: Zu den wichtigen Höflichkeitssignalen gehören das Grüßen und das Begrüßen. Allerdings möchte ich an dieser Stelle erst einmal den Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen erklären: Grüßen bedeutet jemanden freundlich wahrnehmen, aber auf den Körperkontakt zu verzichten.

Ein Gruß besteht aus:

o   Blickkontakt

o   Zunicken

o   Lächeln

o   Grußformel, idealerweise verbunden mit dem Namen desjenigen, den Sie grüßen (Guten Tag Frau Mustermann).

Während im Privatleben kaum noch Rangfolgen für das Grüßen beachtet werden müssen – wer den Anderen zuerst sieht, grüßt – gilt im beruflichen Bereich die Hierarchie. Die rangniedrigere Person grüßt die ranghöhere Person. Wenn Ihnen auf dem Gang also Ihr Vorgesetzter begegnet, ist es an Ihnen, zuerst einen Gruß „los zu werden“. Aber welcher soll es nun sein? „Guten Tag“, „Hallo“ oder lieber „Mahlzeit“? Als Faustregel gilt: Je offizieller die Situation, desto offizieller auch die Grußformel. Mit dem Tagesgruß sind Sie also immer auf der sicheren Seite. Das „Hallo“ wird von der älteren Generation manchmal als zu locker empfunden, hat sich aber als Gruß unter Bekannten und Gleichgesinnten eingebürgert. Ähnlich ist es mit den lokalgeprägten Grüßen wie „Moin“ oder „Grüß Gott“. Verwenden Sie sie dort, wo sie Ihnen als passend erscheinen.

Auf Eines sollten Sie möglichst ganz verzichten; Sie erraten es sicher schon, ich meine das Wörtchen „Mahlzeit“. Dieser Gruß ist eine Unart, die man von morgens um 10.00 Uhr bis abends 17.00 Uhr zu hören bekommt. Aber was hat eine Mahlzeit mit einem Gruß zu tun? Wenn Sie sich zu Ihren Kollegen in der Kantine an den Tisch setzen, könnte man den Wunsch nach einer (gesegneten) Mahlzeit noch akzeptieren – aber auf dem Gang zum Kopierer?

Nun müssen wir uns noch der Frage zuwenden, wann wir andere Menschen grüßen. Das ist eigentlich immer Fall. Aber wenn Sie einen Raum betreten oder zu einer Gruppe hinzukommen, ist es Ihre Aufgabe, zuerst zu grüßen.

Das Betreten eines Bahnabteils, eines Wartezimmers oder das Platznehmen in einer Sitzreihe (z. B. Flugzeug, Theater, Vortrag) ist eine gute Gelegenheit, mit Ihren guten Manieren eine freundliche Atmosphäre zu schaffen indem sie grüßen.

Nun zur Begrüßung

Um aus einem Gruß eine Begrüßung zu machen, brauchen wir zusätzlich noch den Körperkontakt. Das ist normalerweise der Händedruck, kann aber bei vertrauten Personen auch eine Umarmung, ein Schulterklopfen oder Küsschen rechts und Küsschen links sein. Auch hier gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, um mit dem richtigen Verhalten Sympathiepunkte zu sammeln.

Aber Achtung Fettnäpfchen: Beim Händedruck entscheidet der Ranghöhere, ob Hände geschüttelt werden.

Der Chef reicht also seiner Mitarbeiterin die Hand, die ältere Person der Jüngeren und – Achtung! – die Dame dem Herrn.

Im beruflichen Zusammenhang geht es immer danach, welche Position jemand bekleidet. Erst in zweiter Linie, also dann, wenn sich alle auf der gleichen Ebene befinden, spielen Alter oder Geschlecht eine Rolle.

Natürlich gibt es auch eine Ausnahme von der Regel, das haben Sie sich sicher schon gedacht.

Ein Gastgeber reicht seinen Gästen selbstverständlich die Hand zur Begrüßung.

Auch wenn es sich um die Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens handelt, bei dem man seine Brötchen verdient.

Ebenso begrüßen Berater, Verkäufer oder andere Dienstleister ihre Kunden mit dem Handschlag. Allerdings nur, wenn Sie sich auf eigenem Terrain befinden, denn nur dort sind sie Gastgeber.

Innerhalb einer Gruppe von Menschen sollten alle Personen auf die gleiche Weise begrüßt werden. Es ist unhöflich, nur die Lieblingskolleginnen mit einem Händedruck zu beglücken und bei den anderen beiden darauf zu verzichten. Wenn Einer, dann Alle.

Ich möchte an dieser Stelle eine Lanze für den Händedruck brechen. Ich weiß zwar, dass es nicht jedermanns Sache ist, aber ein Handschlag ist eine Berührung, die auch Nähe und Verbundenheit schaffen kann. Damit können Sie die Stimmung positiv beeinflussen und Akzeptanz, Anerkennung und Wertschätzung ausdrücken.

Übrigens erhebt sich der höfliche Mensch zur Begrüßung. Das gilt im 3. Jahrtausend auch für die Damen.

Hier noch einmal das Wichtigste zur Begrüßung zusammengefasst:

o   Aufstehen

o   Rangfolge beachten

o   Die Hände aus der Hosentasche nehmen

o   Lächeln

o   Blickkontakt halten

o   Fest und kurz die Hand schütteln

o   Den Namen nennen

Dass zu einem Händedruck der Blickkontakt und ein freundliches Lächeln gehören, ist für Sie selbstverständlich. Wie sieht es aber mit dem Namen Ihres Begrüßungspartners aus? Sagen Sie „Guten Tag Frau…“?

Immer? Na, dann ist es ja gut.

 


 

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