10 Jan 7 Fragen – 7 Antworten

Sieben Antworten auf Fragen,

die Sie sich schon immer gestellt haben

Fragen Sie sich zu Beginn eines neuen Jahres auch immer wieder: ‘Wie lange sollte ich eigentlich ein frohes neues Jahr wünschen? ‘ Dann sind Sie hier an der richtigen Adresse für eine Antwort. Aber nicht nur diese Frage treibt meine Seminarteilnehmer immer wieder um; es gibt noch einige Unsicherheiten mehr.

Genau darum soll es in meinem heutigen Text gehen. Es ist doch so viel schöner, entspannt und gelassen mit anderen umzugehen, weil man genau weiß was richtig ist.

Aber Achtung: Auch wenn Sie sich ganz sicher sind, dass Ihre Handlungsweise die einzig richtige ist, manchmal ist es einfach höflicher, sich der Situation anzupassen. Wer mag denn schon Besserwisser? Besonders nicht, wenn sie Recht haben.

 

Zurück zu meiner Eingangsfrage:

Wie lange wünscht man ein gutes neues Jahr?

Meine Empfehlung hierzu lautet:

Bei der ersten Begegnung im neuen Jahr ist es höflich, einen guten Jahresbeginn zu wünschen, länger als bis zur Mitte des Monats ist dieser Wunsch aber nicht nötig. Nach meiner Erfahrung verwirren Sie die Menschen oft, wenn sie auch noch später diesen Gruß verwenden. Wir sind ja alle immer wieder ziemlich schnell im Alltag angekommen und so mancher fühlt sich außerdem gemaßregelt, weil er oder sie selbst nicht mehr daran gedacht.

Freunde, Kollegen, Kunden können also etwa zwei Wochen mit diesem Gruß rechnen, bei Menschen, die Ihnen sehr nahe stehen, sollten Sie bei der ersten Begegnung im neuen Jahr ruhig auch noch Ende Januar Ihre guten Wünsche aussprechen. Folgen Sie einfach Ihrem Gefühl für das Passende.

 

Der Winter ist ja auch die klassische Erkältungszeit; Husten, Niesen und Nase putzen sind also an der Tagesordnung. Zu diesem Thema höre ich oft die ungläubige Frage:

‘Muss ich mich wirklich entschuldigen, wenn ich geniest habe? ‘

Klare Antwort: Ja! Als höflicher Mensch tun Sie das. Schließlich haben Sie gerade ein recht lautes Geräusch gemacht und andere vielleicht erschreckt; wahrscheinlich haben Sie auch noch so ganz nebenbei 1 Million Bakterien verteilt, obwohl Sie die Hand vor den Mund gehalten haben.

 

Darf man beim Smalltalk übers Wetter reden, ohne als Langweiler dazu stehen?

Auch so eine Frage, die mir häufig gestellt wird. Das Wetter eignet sich nach meiner Auffassung hervorragend als Einstieg in einen Smalltalk. Dazu kann jeder etwas sagen, es erfordert kein Spezialwissen und es bietet viele Möglichkeiten es als ‚Sprungbrett‘ zu nutzen: Dieser herrliche Sonnenschein macht ja richtig Lust auf das Wochenende, haben Sie da schon besondere Pläne? Selbstverständlich rede ich nicht von Novemberdepressionen wegen Dauerregen, oder halte lange Monologe über die Entwicklung der Wetterdaten seit 1855. Das Wetterthema ist ein Einstieg, mehr nicht. Hier gibt es noch mehr Wissenswertes über den Smalltalk.

 

Einer der beliebtesten Blogbeiträge der vergangenen Jahre war die ‚Sakko-Frage‘.

In diesem Text haben wir den Unterschied zwischen Sakko und Jackett geklärt, und aufgedröselt, wann eine Jeans dazu passt. Wer es nochmal nachlesen möchte – Bitte sehr! Folgen Sie diesem Link.

Eine weiter beliebte Frage in diesem Bereich lautet:

Wann darf ich mein Sakko ablegen?

Wenn es nach meiner persönlichen Meinung geht, dann behalten Sie es während der gesamten Veranstaltung an. Ein verschwitztes und zerknittertes Oberhemd sieht nicht gerade appetitlich aus. Ich höre Sie nun schon förmlich protestieren, deshalb hier die allgemeine Empfehlung: Das Signal zur ‚Marscherleichterung‘ gibt der Gastgeber oder die ranghöchste Person. Allerdings ist es eine Frage des guten Stils, dass während eines festlichen Essens das Sakko oder Jackett getragen wird.

Für Damen gelten diese Empfehlungen übrigens nicht. Wir haben da viel mehr Spielraum; verbunden mit der Gefahr komplett daneben zu liegen.

 

Kommen wir nun zu meiner Lieblingsfrage, die viele Menschen immer noch falsch beantworten.

Es handelt sich, fast hätte ich gesagt, um einen Geschlechter-Konflikt – aber so weit will ich dann doch nicht gehen. Vielmehr geht es um die Frage, ob eine Frau immer bevorzugt behandelt werden muss.

Gilt ‚Ladys First‘ in jeder Situation?

Ich will gar nicht so weit ausholen und von der Rolle der Frau in früheren Zeiten reden. In diesem Text soll es ja um das heute passende Verhalten gehen. In Begrüßungs- oder Vorstellsituationen, in der Brief- oder Mailanrede, bei Treppen und Türen, heute gilt nicht automatisch ‚Ladys first‘, vielmehr spielen die Rangfolgen Kunde, berufliche Position und Alter die Hauptrolle. Wir müssen also gut überlegen, welche Rolle die Frau in der jeweiligen Situation hat. Ist sie Kundin, Chefin, Mutter…, dann ist klar, hier spielt sie die Hauptrolle. Begegnen Sie aber einem Kollegen in, Ihnen unbekannter, weiblicher Begleitung, werden Sie erst Ihren Kollegen begrüßen – Ladys first fällt also aus. Genauso ist das bei der Anrede in einer Mail: Zuerst kommt der Chef, dann die Mitarbeiterin.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir Frauen finden Gentleman-Gesten wunderbar. Ein echter Gentleman weiß aber genau was er tut und lässt peinliche Situationen gar nicht erst entstehen.

 

Eine weitere Frage, die mir immer wieder gestellt wird, hat mit der Selbstvorstellung zu tun. Zugegeben, für viele ist es inzwischen selbstverständlich, aber noch vor drei, vier Jahren gab es in den Seminaren oft große Diskussionen darüber,

ob man sich mit dem vollen Namen vorstellt.

Deshalb hier noch einmal die Empfehlung: Stellen Sie sich anderen mit Ihrem kompletten Namen vor! Nicht nur in einer allgemeinen Vorstellrunde, sondern immer dann, wenn Sie Ihren Namen nennen. Verzichten Sie dabei aber besser auf die James Bond Variante (mein Name ist Bond, James Bond). Ob Sie einfach nur Ihren vollständigen Namen sagen, oder als Einleitung ‚Mein Name ist…, ‘ ‚ich bin …, ‘ oder ‚ich heiße …‘ wählen entscheiden Sie nach Gefühl und Geschmack. Die Vorstellung mit dem vollen Namen hat den Vorteil, dass Sie offener und freundlicher wirken und ganz nebenbei klingt Ihre Stimme dadurch auch noch angenehmer.

 

Zum Schluss habe ich nun noch eine Frage aus dem Bereich der Tischsitten:

Wird das Brot bei Tisch/im Restaurant immer noch gebrochen?

Hier ist meine Antwort ganz eindeutig, denn die Regeln bei Tisch haben sich in den vergangenen Jahren nur wenig geändert. Die Brot-Brech-Regel besteht also weiterhin. Das bedeutet, dass Sie sich ein Stückchen Brot aus dem Brotkorb nehmen, ein mundgerechtes Stück abbrechen und einen Klacks Butter oder Aufstrich darauf geben und das Stück im Ganzen in Ihrem Mund verschwinden lassen. Abbeißen ist nicht vorgesehen, genauso wenig, wie Aufstippen oder das Brot als Soßenschwamm oder Schiebehilfe zu verwenden. Aber Halt; neuerdings gibt es in manchen Restaurants exquisites Olivenöl statt eines Aufstrichs, da bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als es einzutunken, aber auch hier bitte Bröckchenweise. Auch zu diesem Thema gibt es einen schönen Blog-Beitrag. Folgen Sie gerne diesem Link.

 

Mit diesen sieben Antworten sind Sie nun gut gerüstet für das neue Jahr. Sie wissen nun Bescheid und brauchen sich mit diesen Fragen gar nicht mehr zu belasten. Das ist doch prima.

Ich freue mich auf Ihr Feedback zu diesem Beitrag, aber auch Anregungen und Ideen für neue Blogthemen sind gefragt.

4 Comments
  • Hertha Kerz
    Posted at 13:09h, 13 Januar Antworten

    Nein! Nein! Nein! Als Frau niemals mit vollem Vor- und Zunamen vorstellen. Besser nur mit dem Nachnamen. Viele Personen fühlen sich bei der Vorstellung mit Vornamen dazu animiert, einen zu Dutzen. „Naja, heute ist es ja üblich. Ich bin der Olli!“, „Ich darf doch Du sagen, näh?!“.

  • Wolfgang Gross
    Posted at 15:44h, 13 Januar Antworten

    Liebe Frau Smits,
    in einem Lehrgang bei Ihnen haben wir einmal gelernt, dass alle Körpergeräusche ignoriert werden. Also weder Entschuldigung noch Gesundheit. Seit wann besteht die neue Regelung mit der Entschuldigung.
    Viele Grüße

  • Gerhard Smits
    Posted at 17:04h, 13 Januar Antworten

    Doch! Doch! Doch! liebe Hertha Kerz, 🙂
    Es geht vor allem um eine freundliche und offene Haltung und die wird mit der Nennung des kompletten Namens viel deutlicher.
    Wer sich allerdings nur mit dem Vornamen vorstellt, der lädt tatsächlich zum Du ein.

    Meine Tipps sind ja immer als Empfehlung zu werten und haben einen sinnvollen Hintergrund. Wer sich damit nicht anfreunden kann, hat natürlich die Freiheit auf die eigne Art damit umzugehen.

  • Gerhard Smits
    Posted at 17:10h, 13 Januar Antworten

    Hallo Herr Gross,
    sehr gut aufgepasst und behalten. Sie haben völlig Recht, im öffentlichen Raum, also in einem großen Kreis, oder in der Bahn, oder im Supermarkt verzichten wir auf eine Entschuldigung, in allen anderen Bereichen gilt es heute als höflich. Wir passen uns da unseren europäischen Nachbarn an.

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